Definitionen und Unterscheidung

Münzen

... sind oder waren gesetzliche Zahlungsmittel. Der herausgebende Staat garantiert die Zahlungskraft in seinem Hoheitsgebiet. Das Monopol zur Erstellung der Münzen (und von Geldscheinen) liegt ausschließlich beim Staat. Die Fälschung von gesetzlichen Zahlungsmitteln ist unter strenge Strafen gestellt. Sofern die Münzen aus Edelmetall (z. B. Gold, Silber, Platin, Palladium etc.) bestehen, garantiert der verausgabende Staat auch für die Einhaltung der veröffentlichen Feingehalte. Bei Sammlermünzen wird in der Regel auch eine maximale Auflagenhöhe festgelegt. Auch hier ist der Staat für die Einhaltung verantwortlich. Sofern Echtheits-Zertifikate ausgegeben werden, gehören diese immer zu der Münze dazu.

Aufrund der staatlichen Garantien eignen sich Münzen am ehesten als Sammelobjekt. Wertsteigerungen findet man am ehesten bei Münzen, die Gold und Silber enthalten. Deutliche Wertsteigerungen sind bei reinen Sammlermünzen eher die Ausnahme.

Pseudomünzen

... ist ein inoffizieller Begriff. Dabei haben Münzhandelsgesellschaften einem Staat ein Prägekontingent abgekauft. Auf dieser Basis darf der Käufer in eigenem Auftrag, aber Namens des "ausgebenden" Staates Münzen, prägen lassen.

Verkäufer dieser Münzrechte sind oft  kleine Inselgruppen in der Karibik. Diese profitieren an den Einnahmen durch den Verkauf der Prägerechte.

Die so geprägten und ausgegebenen Münzen haben in der Regel noch nie ein Bewohner des betreffenden Staates gesehen. Die Münzen sind in dem Staat zwar Kraft Gesetzes Zahlungsmittel. Aber eine Bezahlung damit in dem Staat würde sicherlich auf Probleme stoßen.

Durch dieses Geschäft stehen dem Käufer des Münzrechts die gesamten Auflage zum Verkauf zur Verfügungan. Er hat somit ein Exklusivrecht. Selbstverständlich haben diese Unternehmen auch eine freie Hand bei der Kalkulation des Münzen-Ausgabepreises.

Auch die französische Prägestätte hat Euromünzen im Auftrag von Dritten prägen lassen. Diese Ausgaben wurden fast komplett vom Auftraggeber übernommen. Die Platzierung am Markt ist bei kleinen Auflagen kein Problem..

Medaillen

... können von jeder Person oder Firma hergestellt werden. Bzw. es können Aufträge  zur Herstellung erteilt werden.

Bei der Gestaltung ist man weitgehend frei. Lediglich müssen sich die Münzen deutlich von gesetzlichen Zahlungsmitteln unterscheiden. Sogar einen fiktiven Nennwert dürfen Medaillen haben (z. B. 6 Eros, 5 Ecu). Andernfalls dürfen diese Stücke in Deutschland nicht verkauft werden.

In den Bereich der Medaillen fallen auch die in den letzten Jahren so beliebten Euro-Probemünzen (z. B. Lichtenstein, Schweiz, aber auch Vatikan).

Für diese Stücke werden bei der Erstausgabe meist überhöhte Preise verlangt. Der Sammler erwirbt diese Stücke im Glauben einer Wertanlage. Erst wenn die Stücke nach Jahren verkauft werden wird bemerkt, dass sich kein Wert gebildet hat. Oft bestehen die Medaillen nicht aus Edelmetall. Dann existiert auch kein innerer Wert.

Wertsteigerungschancen

Bei Sammlern am beliebtesten sind Münzen. Hintergrund ist ganz einfach die staatliche Garantie für Reinheit und Auflagezahlen. Ofthaben die Münzen große Auflagezahlen. In Deutschland leben ca. 2 Millionen Münzensammler. Daher ist die Wertsteigerungschance bei Münzen am höchsten.

Bei den Pseudomünzen ist der Sammlerkreis wesentlich kleiner. Meist liegt der Kaufpreis häufig deutlich über dem Edelmetallwert der Pseudomünzen. Das erschwert später die Suche nach einem Käufer. Selbst bei Stücken mit sehr kleinen Auflagezahlen. Hierfür erhält man in einem Verkaufsfall meist nur einen Preis auf Edelmetallbasis.

Bei Medaillen ist es noch schwieriger, einen Käufer zu finden. Das wäre dann in der Regel schon ein Zufall. Auch hier erhält man bei einem Verkauf meist nur einen Preis für das enthaltene Edelmetall.

Vergoldete Münzen / gefärbte Münzen

Nach den aktuellen Bestimmungen der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank verlieren veränderte Münzen Ihren Nennwert. Das trifft sowohl auf DM-Münzen (Deutsche Mark) als auch Euromünzen zu.

Die Veränderung kann durch eine Vergoldung erfolgen. Aber auch Farbe (colorierte oder teilcolorierte Münen) verändert eine Münze.

Die StückeSie werden von der Zentralbank nicht eingetauscht. Letztlich haben sie nur den Schrottwert. Auch wenn gerade die teilcolorierten Münzen manchmal sehr hübsch anzusehen sind.